A Christmas Carol
Charles Dickens’ Weihnachtsgeschichte ist ein Klassiker, der im McCarter Theater in Princeton jedes Jahr zu Weihnachten fast täglich aufgeführt wird. Ich hatte mir irgendwann im Sommer mal zwei Tickets gekauft, mir dann gestern die Brianna geschnappt, um uns entsprechend in Weihnachtsstimmung zu bringen. Meiner Meinung nach gibt es ja keine schlechten Sitzplätze im Theater, und so saßen wir zum Superschnäppchenpreis direkt vor der Bühne ganz in der Ecke. Ich konnte zwar den linken Bühnenrand nicht erkennen und hatte auch nur begrenzte Beinfreiheit, aber dafür hatten wir eine einzigartige Perspektive. Wir konnten den Tänzerinnen unter den Rock schauen, den Speichel der Schauspieler erkennen, und sogar ein wenig Action hinter der Bühne miterleben.
Das Stück war sehr rührend, Mr. Scrooge sehr griesgrämig (humbug!), und auch die vielen Kinderdarsteller waren tuffig. Nach amerikanischem Standard wurde auch heftigst auf die Tränendrüse gedrückt, so sehr, dass ich bei der Szene, in der der zur Besinnung gekommene Scrooge dem auf Krücken laufenden schwerkranken Tiny Tim am Weihnachtsfest die Spieluhr überreichte, die er selber als kleiner Junge von seiner kurz darauf verstorbenen Schwester erhalten hatte, mehr lachen als weinen musste.
Noch 10 Tage, dann komm ich nach Haus!