Studien-Schulden
Jeder weiß, dass man in den USA unvorstellbar hohe Studiengebühren bezahlen muss. In Princeton sind es knapp $50.000 pro Jahr, also etwa 37.000€. Das ist natürlich das obere Ende der Fahnenstange, und es gibt große Unterschiede zwischen staatlichen und privaten Unis, außerdem (Teil-)Stipendien. Aber jeder einzelne Amerikaner grob in meiner Altersgruppe, den ich hier kennengelernt habe, hat im Studium Schulden (Student Loans) angehäuft. Eine meiner Freundinnen erzählte mir gestern, dass sie wegen Teilstipendien und Jobs mit “nur” $15.000 Schulden ihren Bachelor abschließen konnte. In einem anderen Fall ist es besonders tragisch, wie ich finde. Diese Freundin von mir ist Teacher Assistant in einer Grundschule in Trenton, einem ganz üblen Ort mit überwiegend Problemkindern. Sie macht ihren Job gerne und gut. Sie ist so alt wie ich und hat ihr Masterstudium begonnen, um die Lehrerausbildung abzuschließen. Sie kann es sich aber derzeit nicht leisten, das letzte Jahr ihres Masterstudiums zu beginnen, weil sie dann keine Zeit mehr zum Arbeiten hätte, um für Miete und Lebensmittel aufzukommen. Das ist unvorstellbar in Deutschland, da man kaum Studiengebühren zahlen muss und schon alleine wegen des lockereren Studiums eigentlich immer ein bisschen Zeit hat, nebenbei zumindest einem kleinen Nebenjob nachzugehen. Außer natürlich man hat Kinder oder andere familiäre Verpflichtungen. Seitdem mir das klar geworden ist, fällt es mir ein wenig schwerer, meine Vorfreude auf meinen Big Trip so plakativ vor mir herzutragen.
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