Lindy Exchange in Baltimore
Achtung - extrem tanzlastiger Post!!!
Nach einer großartigen Einweihungsparty und drei Stunden Schlaf ging es am Samstag nach Baltimore. Zum Glück hatte ich frühzeitig aufgehört, Bier zu trinken, so dass meine Vorfreude auf ein Wochenende voll Tanzen ungetrübt war. Mit dem Bus ging es nach Trenton, von dort mit dem Amtrak-Zug über Philadelphia nach Baltimore, und nach einer nur ca. 3.5 stündigen Reise war ich schon da. Ich machte mich mit dem Bus und zu Fuß bei strahlend sonnigem Wetter auf nach Fells Point, dem kopfsteingepflasterten historischen Hafenviertel, wo der erste Tanz des Samstages direkt am Wasser auf einem Pier stattfinden sollte. Den Freitagabend- sowie den Freitagnacht-Tanz hatte ich ja verpasst, so dass ich mich (trotz Schlafmangel) beinmäßig topfit ins Gewühl stürzen konnte. Ich traf auch gleich ein Princeton-Mädel zum Schnacken, sowie viele junge und nicht mehr ganz so junge Männer, die meine tänzerischen Fähigkeiten (noch) nicht einordnen konnten, mich daher reihenweise zum Tanz bitteten baten und mir fast keine Pause ließen. So sah das aus (ich bin leider hinter der Kamera):
Dann traf ich Kara, eine Tänzerin aus Baltimore, die mir und ein paar anderen Leuten netterweise ihr Haus zur Übernachtung zur Verfügung gestellt hatte. Wir kannten uns noch nicht, aber in der Szene war sie sehr bekannt und man konnte sie mir beschreiben:
Kara tanzt semi-professionell und hatte außer mir nur extrem gute Tänzer zu Gast. Ich war mitten unter Celebrities. Wir fuhren allesamt zu ihr nach Haus, wo Daniel aus London und Krunal aus Washington D.C. Dinner für uns kochten. Danach ging es dann zur Abendveranstaltung - Tanzen zu Live-Swing-Music - von 9 Uhr bis Mitternacht. Danach war noch nicht Schluss, sondern es schloss sich der Late-Night-Dance in einer ehemaligen Wassermühle an. Inzwischen war ich halbtot und tanzte nur noch im Halbschlaf. Und um diese Zeit entdeckte ich den Blues für mich. Man muss sich nur an einen starken Mann klammern, und der schleift einen dann zu langsamer Bluesmusik über die Tanzfläche. Ich glaube, ich bin dabei tatsächlich einige Male eingenickt. Mein letzter Tanz dieser Nacht war großartig. Ein besonders großer und starker Mann, sehr guter Tänzer, der sich dazu auch noch extrem gut auf seine Partnerin einstellen konnte, führte so gut, dass ich das erste Mal das Gefühl hatte, das das, was ich gerade tat, vermutlich gar nicht so schlecht aussah. Gegen 5 Uhr morgens ging es dann nach Hause und am nächsten Morgen, diesmal nach 6 Stunden Schlaf, fühlte ich mich doch tatsächlich ausgeruht.
Zum Brunch gab es Mimosas (Sekt + Orangensaft) anstatt Kaffee, und, wer hätte es gedacht, mehr Getanze, diesmal zu Live-Musik in einer Strandbar!
Barfuß im Sand tanzen ist übrigens sehr angenehm für müde-getanzte Füße.
Hatte mir dann spontan überlegt, den Abendtanz auszulassen und stattdessen abends nach Hause zu fahren und die Nacht in meinem eigenen Bett zu verbringen. Ich traf mich dann noch mit einer frischen Bekanntschaft in einer Bluesbar auf ein Bierchen und ein Tänzchen, er fuhr mich dann zu Bahnhof, und Sonntagnacht war ich schon wieder zu Haus.
Hier ist noch eine kleine Einführung zum Blues Dance:
Darin wird erwähnt, dass viele Tänzer Nerds sind. Das stimmt! Habe noch nie so viele Computer Scientists auf einem Haufen getroffen!