Monkeyballs


Gestern war ich feiern. Und heute bin ich etwas weniger motiviert bei der Arbeit als sonst. Möglicherweise besteht da ein kausaler Zusammenhang. Dies kommt aber nun den Bloglesern zugute.

Ich hatte mich für die MAE (Maschinenbau-Department) Holiday Party angemeldet, und dieser Satz bedarf wohl einiger Erklärung.

Mein Boss Craig Arnold ist Physiker, unsere Arbeitsgruppe gehört aber zum MAE. Die Doktoranden in der Gruppe sind überwiegend Maschbauer, ein paar E-Techniker und ein Materialwissenschaftler. Die anderen Postdocs sind ein Chemiker und ein Physiker, sind aber beide vom MAE eingestellt. Ich hingegen bin vom PRISM eingestellt, eine Art Forschungsinstitut für Materialwissenschaften, das mehreren Departments zugeordnet ist. Rein technisch bin ich daher nicht im MAE. Oder in irgendeinem anderen Department. Man kann das aber auch anders sehen, und sich einfach zu allen Holiday-Parties einladen. Montag ist PRISM Holiday Luncheon, nächsten Freitag ist E-Technik Holiday Party.

Holiday-Party: Die Amis drücken sich ja gerne politisch korrekt aus; und um bei der Party niemanden wegen seiner Religion auszuschließen, werden ganz religionsneutral die “Feiertage” im Allgemeinen gefeiert, also nicht nur Weihnachten, sondern auch Lichterfest, Hanukkah und was sonst noch so im Winter anfällt.

Jens war nicht da und ich hatte keine Ahnung, ob ich überhaupt jemanden dort kennen würde - ich hatte aber Hunger, Lunch war ausgefallen, und durchs Fenster sah ich die Bar und fand, dass man sich als junge Frau in Anwesenheit von Maschbau-Doktoranden und Bier nicht langweilen sollte. Ich fand auch ziemlich schnell Anschluss - einige meiner Kollegen und mein Chef waren da - mein Chef machte mir klar, dass ich dort rein technisch nichts zu suchen hätte, das Bier war kalt, das Essen auch, alles in allem eine angenehme Feier.

Richtig lustig wurde es dann nach der Feier - das übriggebliebene Bier und einige Weinflaschen, sowie ein Turkey machten ihren Weg zum Atrium, dem Gemeinschaftsraum der Engineering Doktoranden.



Und dort wurden dann die Reste vernichtet und über wichtige Engineering-Fragen diskutiert:
Wie konstruiere ich einen Feuerzangenbowlentopf inklusive Brenner und Feuerzange mit einfachsten Mitteln.
Wenn die “Awesomeness” von Doktorand Tyler proportional zur “Awesomeness” seines Doktorvaters Dick Miles ist, wie groß ist der Proportionalitätsfaktor (richtig, in Princeton lästert man nicht über seine Chefs, denn die sind im allgemeinen einfach großartig - ernsthaft!).
Welchen Namen sollten wir unserer Gruppe auf unserer neuen Homepage geben, unter der Vorgabe, dass ein schönes Akronym entsteht.



Als der Sprit alle war, fanden sich noch etwa 10 Leutchen (darunter erstaunlich viele Ladies), die in der DBar (Doktorandenbar im Doktoranden-Wohnheim) weiterfeiern wollten, und ein Bier und ein Wasser später machte ich mich auf den Heimweg - laut Google Maps 1,5 Meilen und 31 Minuten. Ach so, für diejenigen, die das für unsere Arbeitsgruppe gefundene Akronym nicht lustig finden, weil sie mit der amerikanischen Umgangssprache nicht vertraut sind:
balls pl. [vulg.] – die Eier Pl. [vulg.]

Comments

Wer ist Arnold? Und wofür steht das letzte S? - der Erich

Okay, wer Arnold ist, habe ich bei nochmaligem lesen herausgefunden… - Anonymous

wofür das letzte S steht, hab ich auch nicht mehr rausgefunden :) - Maike