Hälloween
Was machen eigentlich die großen Amerikaner an Halloween? Und ich meine nicht diejenigen großen Amerikaner, die ihre kleinen Amerikaner zum “Trick-or-Treat” begleiten. Sondern diejenigen, die mit dem Candy an der Tür warten. Ich habe keine Ahnung. Genausowenig wie alle anderen, mit denen ich den Abend des 31.10. verbringen wollte. Da waren nämlich nur Spanier, Franzosen, Australier und Deutsche involviert, aber nach einem kleinen Brainstorming bastelten wir uns folgendes Programm zusammen.
Vorbereitung:
a. sehr viel Candy kaufen
b. auf den letzten Drücker etwas kostümähnliches und Kürbisse kaufen
Durchführung:
c. “verkleiden”
d. auf Kinder warten und dabei
e. Kürbis schnitzen
f. Bier trinken
g. Candy vorkosten
h. Kürbissuppe kochen
Obwohl der Plan durchdacht war, haperte es schon an b., dem Kauf der Kostüme, denn auf den letzten Drücker ist erstaunlicherweise die Auswahl doch recht begrenzt, so dass wir uns auf den Kauf von Perücken beschränkten. Das sah in meinem Fall sehr hübsch aus (lange, blonde Locken, hach…), und im Falle von Jens und seinen Mitwohnis (blaue/violette Bobs, die allerdings eher wie Prinz-Eisenherz-Frisuren wirkten) so besorgniserregend, dass wir sie die Tür nicht alleine öffnen ließen. Zum Glück hatten wir noch eine Alibi-Hexe in unserer Runde, die ordentlich halloweenmäßig aufgemacht war.
Hier ein Foto von mir - neben einer blauhaarigen Schönheit, welche nicht erkannt werden möchte:
Von meinen Kollegen hörte ich heute, dass ihnen an Halloween abends so gut wie keine Kinder begegnet waren. Das wundert mich nicht, denn alle Kinder aus Princeton sowie Großraum Princeton liefen in Jens’ Straße auf und ab, um Candy einzusacken. Ich denke, über 100 Kids klingelten an der Tür. Manche mehrmals. Die wenigsten wollten leider fotografiert werden, so dass ich Beispiele hier nur beschreibenderweise bringen kann. Very cute war ein kleiner, etwa 5-jähriger UPS-Mann, der eine passende Uniform mit Mütze trug und anstatt einer Tüte oder eines Korbs für die Süßigkeiten einen kleinen UPS-Pappkarton trug. Es kamen einige Supermarios und Luigis vorbei, ein paar kleine Bienen und ein kleiner Einstein, der aber gar nicht Einstein sein wollte, sondern ein Mad Scientist (verrückter Wissenschaftler). Das hat uns natürlich besonders gut gefallen, aber auf meine Ansage, dass wir hier alle Mad Scientists seien, reagierte er eher verwirrt. Aber ich vermute, diesen Witz wird er später noch öfter gehört haben.
Die Programmpunkte Kürbisschnitzen, Biertrinken und Candy vorkosten waren allesamt ein voller Erfolg. Von meinem letzten USA-Besuch vor über 10 Jahren hatte ich das Kürbismassaker etwas chaotischer in Erinnerung, aber mit Jens’ Expertise am Messer hielt sich die Sauerei in Grenzen. Und die Suppe war sicherlich sehr gut, nach den ganzen Süßigkeiten ließ sich das nur schwer feststellen, aber die Gäste verlangten höflich Nachschlag.
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