About running


Haruki Murakami ist ein Autor, dessen Erzaehlungen ich immer sehr gerne gelesen habe. Etwas freaky manchmal (oder laut Wikipedia “surreal”), aber immer originell. Sein autobiografisch angehauchtes Werk “What I talk about when I talk about running” ist dagegen ziemlich oede.

Heute beim Laufen dachte ich mir, ich sollte einen Blog uebers Laufen schreiben. Wer mich kennt, weiss, dass ich Laufen bloed finde. Es erscheint mir sinnlos, irgendwohin zu laufen, wo ich eigentlich gar nicht hin will. Andererseits moechte ich mich aber auch fit halten und der USA-bedingten erhoehten Kalorienzufuhr entgegenwirken. Dazu gehe ich ab und zu zum morgendlichen Zirkeltraining vom Unisport um 7.30 Uhr. Das ist allerdings mehr Hanteltraining als Ausdauersport, und so sehr ich meine neuen Madonna-Oberarme auch zu schaetzen weiss, fuehlte ich mich schon mal fitter. Insbesondere kamen meine Defizite zu Tage, als ich eines Tages versuchte, beim “BodyAttack”-Kurs mitzumachen und die crazy Instructor-Lady mich ob meiner Seitenstiche als kompletten Sportanfaenger einstufte. Ueber den Sommer konnte ich mich noch damit herausreden, dass mich die wochenendlichen Ausfluege zum Strand inklusive Beachvolleyball und Ueberlebenskampf mit Freakwaves mit einem Ausdauertraining versorgten. Aber spaetestens seit hier der Indian Summer Einzug haelt, gelten diese Entschuldigungen nicht mehr.

Nun habe ich nie abgestritten, dass Laufen der flexibelste Sport ist, den es gibt, und dass ich es zu schaetzen weiss, ueberall und zu jeder Zeit einfach loslaufen zu können. Mein damaliger Roomie Erik lief auch, Jens’ ganze WG laeuft. Um mich also selbst zu motivieren, gab es erstmal fancy Laufschuhe fuer mich, denn es ist ja bekannt, dass diese fast von alleine laufen, man muss sie nur anziehen. Mit dem Anziehen wartete ich aber noch ein, zwei Wochen. Denn wenn ich schon sinnlos durch die Gegend renne, dann zumindest mit dem richtigen Soundtrack. Und nach einigem Rumgespiele habe ich jetzt das perfekte Zubehoer fuer meine Laeuferkarriere gefunden: neben guten Schuhen die richtigen Apps für mein iPhone. Zur Erlaeuterung fuer Nicht-iPhone-Besitzer: Ein “App” ist eine kleine Software fuer das iPhone, die man sich fuer Geld oder fuer umsonst aus dem Internet runterladen kann, z.B. kleine Spiele. Ich habe ein App (Cadence), welches meine Songs auf dem iPhone mit der korrekten BPM (beats per minute)-Zahl versieht und dann die Songs nach Tempo geordnet zu Playlists zusammenfasst, so dass man sich die richtige Playlist zum gewuenschten Lauftempo aussuchen kann.
Ein zweites App (SyncStep) geht einen Schritt weiter und detektiert mit dem Beschleunigungssensor im iPhone, wie schnell man laeuft, und sucht die vom Tempo her dazu passende Musik aus. Ein anderes App (GetRunning) laeuft parallel zur Musik und ist dazu gedacht, absolute Couchpotatoes zum 5 km Lauf zu bringen. Es ist ein 9 Wochen Programm mit dreimal 30 min Laufen/Gehen pro Woche, und waehrend des Laufes wird angesagt, wann man laufen und wann man gehen soll. Ist supi fuer Sportanfaenger - ich hingegen war tatsaechlich schon zu fit dafuer.

Mein absolutes Highlight ist aber das App RunKeeper, welches mit Hilfe des GPS Sensors im iPhone die Koordinaten aufzeichnet und anschliessend zu einem Online-Account schickt, so dass man die Strecke auf einer Karte nachvollziehen kann: Laenge, Hoehenmeter, Lauftempo. Ist gut fuer’s Ego und fuer die Motivation.

Meine neuste Entdeckung für’s Laufen sind aber die Podcasts von Dr. Bob. Dr. Bob’s JogTunes ist so etwas wie eine Radiomusiksendung, die etwa 30 - 60 min läuft und beim Laufen gehört werden soll. Die Abfolge der Songs ist so abgestimmt, dass man einen langsamen Aufwärmteil hat, schnelle Sprintteile oder Intervalltraining und abschließend einen langsamen Abkühlteil. Die Sendung wird moderiert mit Informationen zu den Songs und zum weiteren Ablauf des Laufs, man wird also gut unterhalten. Und ich lauf dann mal jetzt los!

Comments

  1. Foto der Laufschuhe!2. Fotos vom Indian Summer! (oder ist das in Princeton und Umgebung nicht so spannend?)3. Ich würde nie auf die Idee kommen, mir beim Sport Stöpsel ins Ohr zu packen. Durch die Musik unterdrückt man die Chance auf eine Menge spannender Gedanken, die man so beim Laufen bekommt. Sich selbst beim Schnaufen zuzuhören ist geradezu autohypnotisch! ;) Na ja, vielleicht würde ich MIT Musik auch öfter laufen gehen… - der Erich

Ich lauf auch ohne Musik, da ich es hasse, wenn plötzlich neben mir ein Radfahrer auftaucht, den ich nicht gehört habe…In Ermangelung einen i-Phones messe ich meine Strecken danach im Internet aus (http://www.runmap.net/) und fühl mich dann auch viel cooler!Ich fand zu Beginn meine Pulsuhr ziemlich sinnvoll, jetzt, wo sie kaputt ist, läuft`s aber auch ohne… - Inga

Hihi, hier gibt’s keine Radfahrer, und obwohl ich nicht schnell laufe - schneller als ein durchschnittlicher amerikanischer Fußgänger bin ich allemal :-) - Maike