Portland, Maine


Portland in Maine ist eine hübsche Hafenstadt, die wir leider nur im Dunkeln besichtigen konnten, denn wir hatten ja keine Zeit. Die mutmaßlichen Vorzüge von Portland werden aber von nun an leider immer von der Tatsache in den Hintergrund gerückt, dass in Portland unser Auto abgeschleppt wurde.

Zunächst wussten wir aber nur, dass es nicht mehr dort ist, wo wir es am Abend vorher abgestellt hatten. Das ist schon wichtig zu erwähnen, da das Auto, welches wir beim letzten Roadtrip verloren hatten, einfach in einem anderen Parkhaus stand - wer weiß, wie auch immer es dort hingekommen war… In diesem Fall waren wir uns aber sehr sicher. Ich kletterte also auf den nächsten Berg, um mir einen Überblick zu verschaffen.



Das half zwar nicht beim Autofinden, aber wenigsten können meine Leser nun erstens meine braunen Füße und zweitens meine durchtrainierten Oberarme bewundern. Jens fragte also den Dunkin Donuts Manager, wo denn die kleinen Autos hinkommen, wenn sie sich nachts auf seinem Parkplatz rumtreiben. Der gab ihm eine Telefonnummer, die nahmen wir mit zum Hotel, wo wir die Nacht verbracht hatten und wo uns genau dieser Parkplatz ans Herz gelegt worden war. Der Hotel Manager war außer sich, dass zum einen die hoteleigenen Parkplätze alle belegt waren, und zum anderen uns einer seiner Mitarbeiter geraten haben soll, bei Dunkin Donuts zu parken.

Hier sei vielleicht mal zwischendurch angemerkt, dass Dunkin Donuts eine amerikanische Fastfood-Kette ist, die auf Berliner (Pfannkuchen, Prillecken, Schmalzgebackenes,…) mit Loch in der Mitte spezialisiert ist. Es gibt auch einige Filialen in deutschen Großstädten. Zur Anschaulichkeit habe ich mal ein Foto aus dem Internet geklaut und werde es hier unerlaubterweise verwenden:



Zurück zum Hotelmanager. Er kümmerte sich rührend um uns, entschuldigte sich immer wieder, rief mehrere Abschleppfirmen an, bis das Auto gefunden war, organisierte ein wenig Bargeld (nehmen die keine Kreditkarte???) und fuhr mit Jens zum Abschleppparkplatz, um das Auto abzuholen. Dort wurde Jens seltsamerweise nur alleine auf den Parkplatz gelassen, um den Wagen zu identifizieren und auf Schäden zu prüfen. Es war aber alles in Ordnung, der Hotelmanager zahlte die 70 Dollar, und mit einer Stunde Verspätung konnten wir aufbrechen.

Insgesamt eine amüsante und lehrreiche Geschichte, und vielleicht sollte ich sie hier enden lassen.

Aber nach etwa 20 min Fahrt kündigte sich eine Mautstraße an und ich suchte nach den Dollars, die wir in der Mittellehne für diesen Anlass bereitgelegt hatten. Etwa 25 Dollar waren verschwunden, und ich begann mir einzureden, sie vielleicht geistesabwesend eingesteckt zu haben, als Benny bemerkte, dass seine Tüte mit neuen Outdoor-Klamotten verschwunden war.

Der feine Herr Abschleppheini war also geschickt genug, das Auto aufzubrechen, fast ohne Spuren zu hinterlassen - Jens bemerkte im Nachhinein, dass die Handbremse unnatürlich fest angezogen war, und bei der Auswahl des Diebesgut so geschickt vorzugehen, dass wir es erst zu spät merkten. Er ließ uns meine neuen Klamotten (Danke!!), eine kleine Digitalkamera und ein paar alte Schuhe, so dass wir nicht auf die Idee kamen, alles zu kontrollieren. Ärgerlich und nicht beweisbar.

Sehr. Lehrreich.


Nachtrag: Nachdem wir schon längst wieder zu Hause waren, bekam ich eine Mail von Anna, mit der ich mal zur Schule gegangen war. Wir waren damals nicht unbedingt befreundet und alles, was ich über sie wusste, war, dass sie vor einigen Jahren nach Amerika geheiratet hatte. Sie möchte dankenswerterweise unser zehnjähriges Abi-Jubiläum nächstes Jahr (schluck) in Uelzen organisieren, und ich sagte ihr provisorisch ab, da die Anreise doch zu weit wäre. Sie wurde neugierig, als ich erwähnte, ich wohnte in New Jersey und lud mich ein, sie dochmal in MAINE zu besuchen.

Genauer: In Portland.

Comments

Oh Maiki,das ist ja eine krasse Geschichte! Schlimmer Inhalt!!!… aber auf brilliante Art dem geneigten Publikum präsentiert: ein Foto von dir zieht ja eh immer Blicke auf sich…aber auf die brilliante Idee auch noch bunte Süßigkeiten als eye catcher abzubilden! Respekt!Und sehr rührend finde ich auch die Geschichte mit Anna…hast du sie besucht???:o) - Wiebke

apropos besuch.:-) Air berlin bietet ab naechstem jahr fluege von berlin nach new york an.:-DIst um ostern immernoch ok?? - Kat